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Was ist der Unterschied zwischen Qi-Gong und Taiji?

Taiji-Quan ist eine „innere“ Kampfkunst.

Taiji, wie wir es heute kennen, ist im Vergleich zu Qi-Gong eine recht junge Entwicklung und ca. 350 Jahre alt. In der Geschichte des Taiji-Quan in Deutschland gab es zwei Wellen. Die erste Welle kam aus Taiwan, Hongkong und den U.S.A. und traf uns in den siebziger und achtziger Jahren und hatte zu dieser Zeit eher experimentellen Charakter. Die zweite Welle kam in den neunziger Jahren aus China selbst. Das Land hatte sich bereits geöffnet und immer mehr „Mainland-Chinesen“ fanden eine Möglichkeit ihr Wissen über das Taiji-Quan an Ausländer weiter zu geben. Jan Silberstorff, bei dem ich seit den 90-er Jahren lerne, spielte dabei eine herausragende Rolle. Er legte die Grundlagen dafür, dass in Deutschland eine wachsende Gruppe von Taiji-Übenden einen Zugang zu einem qualitativ sehr hochwertigen und klar strukturierten Taiji-Quan fand: dem Chen-Taiji. Aus dieser Gruppe entwickelte sich der weltweit größte Taiji-Verband unter der Leitung von Großmeister Chen Xiaowang: der WCTAG.

Qi-Gong ist eine Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sein Ziel ist die Gesunderhaltung. Dr. Julia Kleinhenz beschreibt Qi-Gong als „Akupunktur ohne Nadeln“. Die Geschichte des Qi-Gong liegt mehrere tausend Jahre vor Christi Geburt und war ursprünglich stark mit den schamanistischen Praktiken im alten China verbunden.

Interessant sind die Gemeinsamkeiten der beiden Methoden: Beide nutzen langsam, fließende Bewegungen. Das ist der Grund, warum ein Laie nicht sofort erkennt, ob es sich um Taiji oder Qi-Gong handelt. Die Langsamkeit fordert vom Übenden ein erhöhtes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit. Dadurch zwingt die Langsamkeit den Übenden ganz da zu sein, wo er oder sie gerade ist. Neurophysiologisch wird dadurch die Aktivität des Parasympathikus gefördert und regenerative Prozesse werden unterstützt.