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Welches Ziel verfolgt Meditation?

Welches Ziel verfolgt die Meditation?

Ich denke, die Art und Weise, wie die Meditations-Praxis funktioniert – nicht dass sie immer funktionieren würde, sondern was funktioniert – ist eine vollständige Erfahrung davon, dass wir alle gleich sind, dass wir im Grunde alle eins sind.

Nehmen wir die Analogie von Schnee dann sind wir alle Schnee, aber jede einzelne Schneeflocke ist einzigartig. Wenn uns das klar ist, entsteht eine große Wertschätzung und Anerkennung gegenüber den Unterschieden. Die Einheit sehen – den Schnee – bringt uns dann zum staunen.

Wenn wir diese Perspektive nicht einnehmen können, dann weicht das Staunen der Angst und bringt Vergleich und Abgrenzung.

Meditation besteht darin, zuerst die Einheit und dann die subtilen Unterschiede zu erfahren.

 


 

Wenn wir von einem Ziel in der Meditation sprechen, wohin geht dann der Blick? Er geht nach vorne. In die Zukunft. Also dort hin wo ich noch nicht bin. Denn da wo ich bin, da habe ich das Ziel ja noch nicht erreicht – nicht wahr? Da die Meditation aber von ihrer Grundhaltung nur im gegenwärtigen Augenblick statt finden kann, ist es dann hilfreich von einem Ziel in der Meditation zu sprechen? Das Ziel ist die Meditation selbst – also im Zazen: das Sitzen auf dem Kissen, Blick zur Wand, Aufmerksamkeit auf die Atmung, ein und aus. Da gibt es nichts zu erreichen. Es ist ja schon alles da. (lacht)

Das hat etwas sehr befreiendes.

Eine Sache, die mir sehr wichtig scheint ist, dass es bei einer spirituellen Praxis wie dem Zen, nicht nur um uns selbst geht. Ich glaube auch nicht, dass Achtsamkeit eine Garantie dafür ist uns zu einer endgültigen Befreiung vom Leiden zu führen. Das kann passieren und ich habe auch schon den Segen erfahren, Menschen zu begegnen, die diese Befreiung, das „dai kensho“, verwirklicht haben. Wenn wir uns aber zu sehr auf das Konzept der Befreiung, des Erwachens fokussieren, versäumen wir vielleicht genau das. Dann steht das Konzept, die Vorstellung vom Erwachen wie in Beton gegossen in meinem Geist. Es gilt also genau das loszulassen, was wir erreichen wollen.

(lacht noch mehr)