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Was ist der Unterschied zwischen Qi-Gong und Taiji?

Taiji-Quan ist eine „innere“ Kampfkunst. Taiji, wie wir es heute kennen, ist im Vergleich zu Qi-Gong eine recht junge Entwicklung und ca. 350 Jahre alt. In der Geschichte des Taiji-Quan in Deutschland gab es zwei Wellen. Die erste Welle kam aus Taiwan, Hongkong und den U.S.A. und traf uns in den siebziger und achtziger Jahren und hatte zu dieser Zeit eher experimentellen Charakter. Die zweite Welle kam in den neunziger Jahren aus China selbst. Das Land hatte sich bereits geöffnet und immer mehr „Mainland-Chinesen“ fanden eine Möglichkeit ihr Wissen über das Taiji-Quan an Ausländer weiter zu geben. Jan Silberstorff, bei dem ich seit den 90-er Jahren lerne, spielte dabei eine herausragende Rolle. Er legte die Grundlagen dafür, dass in Deutschland eine wachsende Gruppe von Taiji-Übenden einen Zugang zu einem qualitativ sehr hochwertigen und klar strukturierten Taiji-Quan fand: dem Chen-Taiji. Aus dieser Gruppe entwickelte sich der weltweit größte Taiji-Verband unter der Leitung von Großmeister Chen Xiaowang: der WCTAG.

Welches Ziel verfolgt Meditation?

Welches Ziel verfolgt die Meditation? Ich denke, die Art und Weise, wie die Meditations-Praxis funktioniert – nicht dass sie immer funktionieren würde, sondern was funktioniert – ist eine vollständige Erfahrung davon, dass wir alle gleich sind, dass wir im Grunde alle eins sind. Nehmen wir die Analogie von Schnee dann sind wir alle Schnee, aber jede einzelne Schneeflocke ist einzigartig. Wenn uns das klar ist, entsteht eine große Wertschätzung und Anerkennung gegenüber den Unterschieden. Die Einheit sehen – den Schnee – bringt uns dann zum staunen. Wenn wir diese Perspektive nicht einnehmen können, dann weicht das Staunen der Angst und bringt Vergleich und Abgrenzung. Meditation besteht darin, zuerst die Einheit und dann die subtilen Unterschiede zu erfahren.     Wenn wir von einem Ziel in der Meditation sprechen, wohin geht dann der Blick? Er geht nach vorne. In die Zukunft. Also dort hin wo ich noch nicht bin. Denn da wo ich bin, da habe ich das Ziel ja noch nicht erreicht – nicht wahr? Da die Meditation aber von ihrer Grundhaltung nur im gegenwärtigen …

Was ist Achtsamkeit?

Wie erklärst du Achtsamkeit? Jochen: Wenn wir von Achtsamkeit sprechen, fällt unser Blick meist auf die Erfahrung, vollkommen präsent im Fluß des gegenwärtigen Augenblicks zu sein. Aber auch ein Söldner kann achtsam sein, wenn er sein Gewehr auf jemanden richtet, um ihn zu töten. Dann ist das ein achtsamer Vorgang. Es geht also nicht nur darum, im Hier und Jetzt zu sein, sondern auch eine moralische Grundhaltung zu entwickeln, sowie Einsicht und eine pro-soziale Haltung und Handeln zu fördern. Die Kultivierung von Achtsamkeit kann beispielsweise die Ausgeglichenheit der Aufmerksamkeit stärken, dieses Gefühl, innerlich stabil verwurzelt zu sein. Diese Stabilität gibt uns die Möglichkeit in den Stürmen des Alltags die Klarheit unserer Wahrnehmung und die Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit ohne Ablenkung auf einem Objekt der Wahrnehmung ruhen zu lassen, zu stärken. Achtsamkeit wird gerne als Methode oder Technik genutzt, um Stress und Angst zu reduzieren, verschiedene psychosomatische Leiden zu lindern und uns in Zeiten schwieriger Übergänge zu unterstützen. Das ist in Ordnung. Aber Achtsamkeitspraxis ist, tiefer verstanden, ein Umgang mit der Praxis und dem Leben, der es uns …

Vipassana und ZEN

Hier im Westen sind viele Menschen etwas unentschlossen, sich einer einzigen Meditationsmethode zu widmen. Das kommt vielleicht daher, dass Meditation schnell mit Sekten in Verbindung gebracht wird und es einer persönlichen Einschränkung nahe kommt nur EINE einzige Methode zu praktizieren. Das ist auch bei den sog. Entspannungsmethoden zu beobachten. Da kombiniert man dann Methoden wie beispielsweise Taiji und Qigong, Raja Yoga und Hatha Yoga oder eben Triathlon. Eine Methode scheint uns nicht schnell genug zum Ziel zu führen, also gehen wir nach dem Prinzip: »viel hilft viel«.

Grundlegende Formen der Meditation

Shamatha & Vipashyana In unseren Meditations-Kursen bieten wir innerhalb des Za-Zen zwei grundlegende Formen der meditativen Praxis an: Shamatha und Vipashyana (nicht zu verwechseln mit Vipassana). Wenngleich diese Methoden ursprünglich dazu bestimmt sind, sich auf die Unvermeidlichkeit des Todes vorzubereiten, sind es nicht nur Übungen zum Sterben. Im Gegenteil: Sie sind Übungen für das Leben… Mehr zu lesen im PDF – hier → Shamatha eine Einführung

ACHTSAMKEIT – Leben im Hier und Jetzt?

Lesezeit 10 Minuten „Leben im Hier und Jetzt“, oder „be where you are“ und ähnliche Sätze haben sich in den letzten Jahren stark abgenutzt. Bei einem online-Händler der mit „a“ beginnt findet man ACHTUNG!: 1.499 Ergebnisse oder Vorschläge für Bücher unter dem Suchbegriff „Hier und Jetzt“. Wollen wir also die 1.500 voll machen? Klar!    

Ist Meditation Bullshit? Teil II

Lesezeit 15 Minuten Ich möchte dir hier die verrückt anmutende Idee von „Nicht-Selbst“ näher bringen. Dabei folgen wir der buddhistischen Philosophie, dass das „Selbst“ in uns – der Denker deiner Gedanken, der Täter deiner Taten – nichts weiter als eine Illusion ist. Und nicht nur irgendeine Illusion. Ganz offensichtlich ist es die Illusion, die so tief und so zersetzend, so zentral in der buddhistischen Diagnose des Mensch-Seins ist, dass deren Auflösung uns direkt zur vollen Erleuchtung und Befreiung vom Leiden führt. Also, schauen wir uns das mal genauer an…

Ist Meditation Bullshit? Teil I

  Lesezeit 11 Minuten Es ist nicht einfach, exakt festzulegen, wann genau das westliche Stereotyp der buddhistischen Meditation kippte. Es war irgendwann zwischen den 1950er Jahren, als der Zen-Buddhismus in die Beat-Generation hinein sedimentierte, um dann im frühen 21. Jahrhundert mit der sogenannten „Achtsamkeitsmeditation“ die Wall Street und das Silicon Valley zu erreichen. Mehr…

Der innere Fasten-Krieger

Der Krieger verzichtet auf die Aspekte seiner Erfahrung, die Barrieren zwischen ihm und anderen schaffen,. Entsagung besteht mit anderen Worten darin, sich selbst zugänglicher, empfänglicher und offener zu machen. Chögyam Trungpa Lesezeit 10 Minuten Spreche ich mit Menschen über das Fasten höre ich oft Sätze wie: „das würde ich nie schaffen!“ oder „Gar nichts essen? Das geht doch gar nicht!“. Auch die Gewichtszunahme nach dem Fasten spielt eine Rolle. Man will sich doch nicht tagelang kasteien, nur um dann zwei Wochen später mehr auf die Waage zu bekommen, als vor dem Fasten. Es stehen demnach zwei Themen im Vordergrund: die Angst es nicht zu schaffen und die Sorge danach mehr zu wiegen als zuvor. Beides repräsentiert zwei Aspekte der Angst: der Aspekt Disziplin und der Aspekt Aesthetik. In der Tat begegnen wir beim Fasten einem inneren Anteil von uns, dem wir im Alltag lieber aus dem Weg gehen: eben der Angst. … Mehr zu lesen im PDF – hier →Fasten – der innere Fasten-Krieger