Meditation

Meditation Wiesbaden
Die integrale Meditation

Jeden Donnerstagabend in Wiesbaden 20.00 – 21.00 

Einige Arten der spirituellen Praxis sind essentiell für den integralen Lebensstil. Meditation ist eine von vielen spirituellen Praktiken, die wir nachdrücklich empfehlen können. Verschiedenste Studien und Untersuchungen aus den Disziplinen der Hirnforschung, der Psychologie, der Stressforschung sowie verschiedensten Bereichen des medizinischen Bereiches dokumentieren den enormen Nutzen, den Meditation auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden hat. Das beinhaltet die Regulation objektiver, physiologischer Parameter (metaboler Stoffwechsel, Atmung, HRV, Pulswelle, Schmerzwahrnehmung, etc.) ebenso wie Veränderungen auf der Verhaltensebene (Perspektivenwechsel, Konzentration, Achtsamkeit, Mitgefühl, Reflexionsfähigkeit, etc.). Auf der subjektiven Ebene beobachten wir eine Entwicklung von Gleichmut, intensive Träume und eine sensiblere Wahrnehmung der Umwelt.

Die Wissenschaft ist sich einig: Meditation funktioniert! In der Tat ist es die einzige Methode, die ein signifikantes Wachstum der persönlichen Entwicklung abbilden kann.

Wir unterscheiden in zwei grundsätzliche Methoden der Meditation: formelle und nichtformelle Meditation. Die formelle Meditation beinhaltet die Fokussierung auf ein Objekt – dies kann die Atmung sein, ein inneres Bild oder ein Mantra. Nicht-Formelle Meditation beinhaltet das Lösen von allen Arten der Objekte und das Verweilen im beobachten des So- Sein (reines Bewusstsein) – eine „methodenlose Methode“, die man auch „einfach sitzen“ oder das „kultivieren des Zeugen“ nennt. Das „integrale Einsteiger Programm“ umfasst beides: Formelle und Nicht-Formelle Meditation, Gebet und Kontemplation.

Integrale Meditation ist eine Art Startrampe zum Einstieg in die Meditation auf der Grundlage des AQAL. Obwohl Meditation im wesentlichen auf den Bereich jenseits aller mentalen Formen ausgerichtet zu sein, sind sich die Traditionen innerhalb der unterschiedlichen Traditionslinien einig darüber, dass ein Rahmen (Kontext) essentiell ist, um Meditation korrekt zu verstehen und zu interpretieren. Je integraler desto vollständiger und tiefer ist das Verständnis. AQAL ist der Rahmen/Kontext, der die Wirklichkeit abbildet.

Innerhalb der integralen Meditation gibt es die Möglichkeit eine oder mehrere der drei (bzw. vier) Ebenen/Quadranten des AQAL als Schwerpunkt zu nutzen. Wir stellen hier folgende Möglichkeiten vor:

Auf der Ich-Ebene (erste Person):

  • Big Mind
  • Stille Kontemplation
  • ICH-BIN-heit
  • nachforschen/prüfen

Auf der Du-Ebene

  • Entwicklung von Mitgefühl
  • Gebet/Koan
  • äussere Kräfte

Auf der Wir/Sie-Ebene

  • kosmische Kontemplation
  • subtile Energiearbeit
  • die große Vollkommenheit

„1-2-3 of God“ berührt alle drei Ebenen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele zu Meditation und spirituellen Praktiken wie wir sie unterrichten.

Integrales forschen/prüfen/untersuchen

IF ist eine Form der Meditation, die sich auf das AQAL bezieht. Diese Art der Meditation hat zwei wesentliche Komponenten: eine absolute und eine relative. Die absolute Komponente lädt uns ein, unsere Identifikationen mit im Geist auftauchenden Gedanken, Emotionen und Bildern und Erfahrungen während der Meditation, zu lösen und anstatt dessen in der Präsenz der Gegenwart oder des „großen Bewusstseins“ (Big Mind) zu verweilen – von einem Augenblick zum nächsten Augenblick. Dies ist kein leerer, geistloser Zustand, sondern der Zustand in dem man frei von jeglichem Greifen nach Identifikation, alles vorbei ziehen lässt was im Bewusstsein/Geist auftaucht. Vergleichbar mit dem Beobachten der Wolken, die am Himmel auftauchen, vorbei ziehen und wieder am Horizont verschwinden. Die relative Komponente, lädt uns ein mit den Bedingungen/Störungen zu arbeiten die uns vom reinen Beobachten wegziehen, ablenken. Oftmals sind das „Schatten-Seiten“, die mit dem 3-2-1 Prozess bearbeitet werden können – einem anderen integralen Werkzeug. IF beinhaltet eine doppelte Entspannung. Es hilft uns das absolute Selbst zu erkennen (den Himmel hinter den Wolken, um beim oben genannten Bild zu bleiben), es auszuhalten/ ertragen und dort zu verweilen. Und es hilft, uns von Selbsterniedrigung zu befreien, die von unseren Schattenseiten ausgelöst werden. Schliesslich kann uns IF dabei unterstützen mit Hilfe des AQAL eine größere Klarheit zu entwickeln und in der Präsenz der Gegenwart zu sein.

Kurz- und Langform des integralen forschens (IF)

Es gibt drei Stufen der IF. Stufe eins und zwei können während der Sitzmeditation praktiziert werden und können ein beliebiges Zeitfenster nutzen; von einer Minute (z.B. beim 1- Minuten-Modul) bis hin zu einer Stunde oder länger. Stufe drei lädt Dich dazu ein das IF jenseits des Sitzkissens in Deinem Alltag einzusetzen.

  1. Stufe Eins: Verwurzelung in der reinen Präsenz der Gegenwart
  • Beginne in einem aufrechten Sitz und atme ganz natürlich.
  • Bitte den „nicht-suchenden Geist“ um Unterstützung
  • Sobald Du sitzt, stellt sich uns in der Regel die Frage, was wir denn nun tun sollen: „nichts anderes tun als sitzen“. Sitze einfach nur. Vollständig mit Körper und Geist. Tue nichts anderes als einfach nur zu sitzen. Mit ganzem Herzen zu sitzen, das ist alles.
  • Es ist nicht notwendig, die Atmung bewusst zu kontrollieren. Die korrekte Atmung ist keine Sache des Tuns, sondern des Zulassens. Unser Körper reguliert die Atmung ganz von alleine – unser Eingreifen würde diese natürliche Regulierung nur behindern. Auch konzentrieren wir uns während Sitzens nicht auf den Atem oder beobachten diesen. Es ist wichtig, aus dem Atem kein Konzentrationsobjekt zu machen – den Atem nicht als etwas Getrenntes zu betrachten auf den „wir“ uns konzentrieren. Am besten ist es den Atem einfach zu vergessen und sich ganz dem Sitzen zu widmen.
  • Atemzählübung. Diese Übung trainiert die Achtsamkeit und Konzentration. Dur wirst so mit fortschreitender Übung nicht nur Deinen Atem, sondern auch inneren und äußeren Vorgängen gegenüber achtsamer. Durch das Atemzählen wird der so genannte „Zeuge/Beobachter“ trainiert. In dem Du die Beobachterrolle einnimmst, lernst Du mit der Zeit, Dich von Deinen wilden Gedanken und Bildern zu distanzieren, indem Du Deinen Geist aus einer neutralen Beobachterperspektive heraus beobachtest. Das Einnehmen des inneren Zeugen ist besonders wichtig und sollte sehr gut trainiert werden. In der Atemzählübung zählst Du einfach nur Deine Atemzüge. Der Mund ist dabei geschlossen, die Zunge liegt am oberen Gaumen, der Unterkiefer ist entspannt. Du zählst bei der Übung nur die Atemzüge, die Du ausatmest. Gleichzeitig nimmst Du den Atem beim Einatmen in den Unterbauch (chin. Dan-Tien) wahr. Atme dabei ohne zu zählen, baue dort die Atemspannung auf, lasse den Atem ausfließen und zähle dabei den ausströmenden Atemzug. Die Aufmerksamkeit folgt dem Atemzug, während des ein- und ausatmen. Nichts ist wichtig, außer diesem einen Atemzug, den Du in diesem Moment gerade ein- und ausatmest – von Augenblick zu Augenblick. Fühle, wie der Atem ein- und wieder ausfließt. Zähle dabei den ausfließenden Atem innerlich mit „Eeeeeiiiiiiinnnnnnnsss“, bis der Atemzug zum Ende kommt.
  • Manipuliere nicht die Dauer des Ausatmens, greife nicht ein. Der Atem atmet sich selbst, Du musst nichts dafür tun. Wenn Du bei Zehn angekommen bist, beginne wieder mit Eins.
  • Achte auf den kurzen Moment der Leere, zwischen Aus- und Einatmen und warte bis der Atem von alleine wieder einsetzt. Diese Stille zwischen den Atemzügen ist besonders wichtig. Dort finden wir das So-Sein, das reine/leere Bewusstsein, das Göttliche.
  • Jeder Atemzug -jedes Eins, jedes zwei, jedes drei- bringt Dich hier und jetzt in die Präsenz der Gegenwart.
  • Wenn Du diesen Zustand in der Meditation länger als fünf Minuten aufrecht erhalten kannst (und das kann schon mal bis zu sechs Monate dauern) kannst Du mit dem Zählen aufhören und einfach dem Atmen mit Deiner Aufmerksamkeit folgen. Die Atmung bleibt ein Anker für Dein Bewusstsein, um ganz in der Gegenwart zu bleiben; sie hilft uns jenseits des Denkens die stille der reinen Präsenz zu erfahren und in den natürlichsten aller Zustände, in die formlose Achtsamkeit, zu kommen.
  • Dann beobachte, wie sich der Geist zusammen zieht, wenn er von Gedanken, Gefühlen oder anderen Wahrnehmungen abgelenkt wird.
  • Es entspricht der Natur des Geistes sich immer wieder zusammen zu ziehen. Sobald du das beobachtest: beobachte und untersuche es. Du kannst dazu einfache Fragen stellen wie: „Kommen die Gedanken/Gefühle/Sensationen aus der Vergangenheit, oder gehen sie in die Zukunft?“, oder „Wer bin ich?“. Und dann kehre einfach wieder zur Atmung zurück und beginne wieder mit „EINS“. Öffne deinen Geist in die „Soheit“.
  • Das Untersuchen ist nicht dazu da deinen analytischen Geist zu schulen/stimulieren, sondern lediglich, um herauszufinden, was es gerade ist, dass den Geist von deiner Aufmerksamkeit wegzieht

Und so könntest Du üben:

  • Einsteiger: Fünf Minuten, dreimal pro Woche
  • Fortgeschrittene: 20 Minuten, vier- bis fünfmal pro Woche

Stufe Zwei: Benutze das AQAL zur Erforschung des Geistes

Nachdem du Deine Fähigkeit in der ersten Stufe der Integralen Meditation vertiefen konntest und der Prozess des Beobachtens und Erforschens real und natürlich geworden ist, gehen wir weiter zu Stufe zwei und bringen den integralen Rahmen noch ausdrücklicher in deine Meditation.

  • Beginne damit die Muster zu erkennen, wenn dich etwas von der reinen Präsenz ablenkt. Meist hängt das mit einer unserer Schattenseiten zusammen. Z.b., wenn du dich über eine Person geärgert hast, kann es passieren, dass die Situation immer wieder in Deiner Meditation auftaucht, du kannst das betrachten, mit der Situation sprechen und die Situation sein. Hier kannst du den „3-2-1 Schatten-Prozess“ nutzen.
  • Um genau herauszufinden, woher die Ablenkung in deinem Geist kommt kannst Du AQAL als Meta-Landkarte deines Bewusstseins nutzen. Auf welchen der Quadranten bezieht sich die Ablenkung (ICH – DU – WIR – IHR)? Steht die Ablenkung in einem Zusammenhang mit einer Entwicklungs-Linie? Zeigt sie sich auf einer der drei Körper-Ebenen? Eine Verspannung im grobstofflichen Körper?
  • Eine energetische Blockade im Energie-Körper? Hier ist der AQAL-Rahmen eine hervorragende Methode, um die Störung zu verorten.
  • Verliere dich nicht in Gedankenkonstrukten – du bist noch immer in der Meditation. Mach einfach nur ein Ein-Minuten-Modul und kehre dann zur Präsenz der reinen Gegenwart zurück.

Stufe Drei: Benutze das integrale forschen in deinem Alltag

Der nächste folgerichtige Schritt in der Entwicklung der Integralen Meditation ist die Anwendung der entwickelten Fähigkeiten nicht nur in der formellen Meditation, sondern in jedem Augenblick deines Lebens.

  • Sobald du in deinem Leben erwachst (dies kann man gerne auch als Metapher verstehen!) ist es eine Möglichkeit die künstliche Teilung zwischen Meditation und Leben aufzulösen.
  • Diese Methode ist flexibel und voll integrierbar.
  • Geh spielerisch mit der unterschiedlichen Integralen Meditation um, und finde heraus welche Methode am besten zu dir passt, um deinen Geist und die ihm innewohnende Energie zu befreien.
  • Vielleicht einen 3-2-1 Prozess, wenn dich eine Situation besonders belastet,
  • Eine der drei-Körper-Übungen, um dich zu erfrischen,
  • Du kannst dich einfach fragen: „Wer bin ich?“
  • Du kannst Gott begegnen in der Perspektive der zweiten Person (DU-Ebene/OR) 

Was auch immer du tust, wesentlich ist es es mit deiner vollen Aufmerksamkeit, deiner vollen Entschlossenheit zu tun. Und dann geh leicht und gelöst in deinen Tag – mit dem Geschenk reiner Präsenz.