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Welches Ziel verfolgt Meditation?

Welches Ziel verfolgt die Meditation? Ich denke, die Art und Weise, wie die Meditations-Praxis funktioniert – nicht dass sie immer funktionieren würde, sondern was funktioniert – ist eine vollständige Erfahrung davon, dass wir alle gleich sind, dass wir im Grunde alle eins sind. Nehmen wir die Analogie von Schnee dann sind wir alle Schnee, aber jede einzelne Schneeflocke ist einzigartig. Wenn uns das klar ist, entsteht eine große Wertschätzung und Anerkennung gegenüber den Unterschieden. Die Einheit sehen – den Schnee – bringt uns dann zum staunen. Wenn wir diese Perspektive nicht einnehmen können, dann weicht das Staunen der Angst und bringt Vergleich und Abgrenzung. Meditation besteht darin, zuerst die Einheit und dann die subtilen Unterschiede zu erfahren.     Wenn wir von einem Ziel in der Meditation sprechen, wohin geht dann der Blick? Er geht nach vorne. In die Zukunft. Also dort hin wo ich noch nicht bin. Denn da wo ich bin, da habe ich das Ziel ja noch nicht erreicht – nicht wahr? Da die Meditation aber von ihrer Grundhaltung nur im gegenwärtigen …

Was ist Achtsamkeit?

Wie erklärst du Achtsamkeit? Jochen: Wenn wir von Achtsamkeit sprechen, fällt unser Blick meist auf die Erfahrung, vollkommen präsent im Fluß des gegenwärtigen Augenblicks zu sein. Aber auch ein Söldner kann achtsam sein, wenn er sein Gewehr auf jemanden richtet, um ihn zu töten. Dann ist das ein achtsamer Vorgang. Es geht also nicht nur darum, im Hier und Jetzt zu sein, sondern auch eine moralische Grundhaltung zu entwickeln, sowie Einsicht und eine pro-soziale Haltung und Handeln zu fördern. Die Kultivierung von Achtsamkeit kann beispielsweise die Ausgeglichenheit der Aufmerksamkeit stärken, dieses Gefühl, innerlich stabil verwurzelt zu sein. Diese Stabilität gibt uns die Möglichkeit in den Stürmen des Alltags die Klarheit unserer Wahrnehmung und die Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit ohne Ablenkung auf einem Objekt der Wahrnehmung ruhen zu lassen, zu stärken. Achtsamkeit wird gerne als Methode oder Technik genutzt, um Stress und Angst zu reduzieren, verschiedene psychosomatische Leiden zu lindern und uns in Zeiten schwieriger Übergänge zu unterstützen. Das ist in Ordnung. Aber Achtsamkeitspraxis ist, tiefer verstanden, ein Umgang mit der Praxis und dem Leben, der es uns …

Vipassana und ZEN

Hier im Westen sind viele Menschen etwas unentschlossen, sich einer einzigen Meditationsmethode zu widmen. Das kommt vielleicht daher, dass Meditation schnell mit Sekten in Verbindung gebracht wird und es einer persönlichen Einschränkung nahe kommt nur EINE einzige Methode zu praktizieren. Das ist auch bei den sog. Entspannungsmethoden zu beobachten. Da kombiniert man dann Methoden wie beispielsweise Taiji und Qigong, Raja Yoga und Hatha Yoga oder eben Triathlon. Eine Methode scheint uns nicht schnell genug zum Ziel zu führen, also gehen wir nach dem Prinzip: »viel hilft viel«.